Es ist 14 Uhr. Seit dem Frühstück ist heute nichts passiert. Wirklich gar nichts. Zwischendurch regnet es kurz, wir sind eine Runde im Garten, spielen Fußball, und Hannah probiert einen Backflip. Also: Hannah probiert, ich halte.
Den Rest des Vormittags diskutieren wir. Ob wir heute etwas machen. Was wir machen. Ob überhaupt. Jeder hat zu jedem Vorschlag mindestens drei Meinungen, und alle drei sind dagegen.
Irgendwann fasse ich mir ein Herz. Meine Ansage: In 15 Minuten fahre ich los. Nach Henne Strand. Kleine Wanderung auf eine Düne, an den Strand, zurück. 3,33 km.
19 Minuten später sitzen alle sechs im Auto. Einer protestiert noch pro forma, Ivy freut sich, der Rest wartet gespannt darauf, ob ich mein Wort halte – ob 3,33 km wirklich 3,33 km bleiben und nicht aus Versehen zwölf werden.
In Henne Strand parken wir und gehen erst Richtung Osten, hoch auf den Tuttesbjerg. Die Düne ist 25 Meter hoch und trägt ihren eigenen Namen zu Recht: Von oben liegt der ganze Ort unter uns, dahinter die Nordsee, und nach Nordosten die weite Heide. Lyngbos Hede heißt sie, benannt nach dem Maler Christen Lyngbo, der hier gelebt und gemalt hat. Man versteht sofort, warum.

Von dort wandern wir durch genau diese Heide weiter Richtung Küste, bis die Landschaft in die Stranddünen übergeht. Herrlich. Sand, Strandhafer, kleine Täler, in denen der Wind aufhört. Genau so sehen meine Kindheitserinnerungen an die Urlaube auf Fanø aus.

Die Kinder nutzen die Dünen als Turnhalle. Sprünge, Rollen, ein paar akrobatische Einlagen mit sehr weicher Landung.
Die letzte Düne geht es hinunter, und wir stehen am Strand. Ivy ist als Erste im Wasser, Sabrina nicht viel später – allerdings unfreiwillig. Sie unterschätzt eine Welle und steht plötzlich bis zu den Knöcheln in der Nordsee. Mit Schuhen. Wir lachen nicht schlecht.

Ivy versucht wieder, nach Steinen zu tauchen. Spoiler: Sie schafft es nicht, einen wieder hochzuholen. Aufgeben ist trotzdem keine Option.

Es wird langsam spät. Wir gehen direkt zurück nach Henne Strand, zum Turm der Lebensretter. Daneben liegt ein Café, vor dem fünf Lebewesen wunderbar ausharren können, während das sechste (ratet mal, wer) das Auto holt.

Und die 3,33 km? Am Ende stehen 5,5 km auf meiner Uhr. Die anderen kommen mit 4,5 km davon, den letzten Kilometer zum Auto gehe ich allein. Der Rest geht auf das Konto der Dünen – die waren zu schön, um sie außen vor zu lassen. Zwölf sind es aber nicht geworden.
Ein schöner Ausflug an einen fantastischen Ort. Und der Strand ist auch noch toll. Müssen wir uns merken.
Merke: Manchmal muss keiner überzeugt werden. Es reicht, wenn einer losfährt.









