Ich liege im Garten unseres Ferienhauses in Vejers, ausgestreckt auf der Liege. Kurz vor elf Uhr fallen mir die Augen zu. Die Sonne, der Wind, die Ruhe – ich schlafe einfach ein.
Ein wenig später weckt mich Max Luca. Er will Fußball spielen, schnappt sich den Ball und schießt ihn übers Gras. Keine vier Sekunden später ein Quietschen. Er rennt zu mir zurück: Papa, Papa, ein Reh?
Noch nicht ganz wach, denke ich mir... Dann blicke ich nach vorne und sehe ein riesiges Geweih. Ich zähle: eins, zwei, drei... zwölf. Ein stattlicher Zwölfender steht keine 10 Meter von uns entfernt und frisst seelenruhig im Busch.

Max Lucas Sorge gilt dem Fußball, der nur drei Meter vom Hirsch entfernt liegt. Meine Sorge liegt woanders: direkt unter meiner Liege schnarcht Ivy, unser Labrador. Sie hat sich rausgeschlichen und döst dort genüsslich vor sich hin. Vorsichtig greife ich nach ihrem Halsband und hoffe, dass sie einfach weiterschläft. Denn wacht sie jetzt auf und entdeckt den Hirsch, will ich mir gar nicht ausmalen, was passiert.

Fünf Minuten später ist der Imbiss im Gras vorbei, und der Zwölfender zieht gelassen weiter. Ivy schläft seelenruhig weiter – von ihrem Nachbarn hat sie nichts mitbekommen.





