6:20 Uhr. Ich werde wach, und mein Kopf sagt mir: Du bist hellwach. Also ziehe ich mich an, nehme meine Stirnlampe, und um 6:45 Uhr bin ich raus aus dem Hotel. Direkt südlich liegt ein schöner Berg, circa 170 bis 180 m hoch. Es ist stockdunkel. Aber ich weiß ja: In einer halben Stunde geht die Sonne auf.
Vor zwei Jahren war ich schon einmal hier oben. Wenig Risiko also, trotz der Dunkelheit. Die Stirnlampe hilft, und der Trampelpfad ist gut zu erkennen. Nach ein paar Höhenmetern mache ich die Lampe aus. Und dann der Sternenhimmel. Einfach fantastisch. Das Hotel im Hintergrund ist zwar noch eine Lichtquelle, aber so etwas sieht man bei uns in Deutschland selten.

Der Anstieg ist teilweise heftig. Beziehungsweise: Meine Form ist so untertrainiert, dass der Puls sofort wieder hochschießt. Ich mache langsam. Die Sonne ist ja noch nirgends zu sehen, auch wenn es ganz, ganz, ganz allmählich heller wird. Den ersten Hügel direkt am Meer erreiche ich nach 25 Minuten. Von dort habe ich einen fantastischen Blick auf die Bucht.

Weiter zum zweiten Hügel. Den erreiche ich 10 bis 15 Minuten später, circa 145 m hoch. Dort steht schon ein Pärchen, das ich gleich wieder allein lasse. Das Gipfelkreuz ist nicht mehr weit. Noch einmal 30 bis 35 m runter, dann noch einmal 65 m hoch.



Herrlich. Das Morgenrot kommt langsam raus, und von Minute zu Minute wird es heller. Nur die Sonne versteckt sich noch hinter Wolken. Oben mache ich Pause und genieße den Moment.

Der Moment ist vorbei, als ich eine Vierergruppe joggender Menschen sehe. Die sind gerade bei Hügel zwei. Keine fünf Minuten später stehen sie neben mir. Unglaublich. Zwei Minuten danach drehen sie wieder um und joggen weiter in die Nachbarbucht. Wahnsinn.
Ich mache mich auf den Rückweg. Die Sonne habe ich schon aufgegeben. Zehn Minuten später ist sie dann doch da: Mitten in der Bucht geht der Feuerball auf. Fantastisch.

Mittlerweile ist es 8 Uhr. Den Yogakurs Sun Salutation verpasse ich heute. Ich finde aber, meine Begrüßung der Sonne ist deutlich besser.
Ein paar Minuten später ruft Sabrina an. Sie fragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, und erzählt, dass sie gerade erst wach geworden sind. Alle liegen platt im Bett. Selbst Ben Luis ist zu platt, um Fußball spielen zu wollen. Das will etwas heißen.














