5:30 Uhr. Die Zeitumstellung auf Winterzeit und der Vollmond reißen mich aus dem Schlaf. Eine gute Stunde wälze ich mich hin und her. Dann stehe ich auf. Wie das Wetter ist, weiß ich nicht. Aber nach dem sternenklaren Himmel gestern mit Vollmond habe ich Hoffnung auf einen Sonnenaufgang.
Ich ziehe mich an und gehe los. Nach 100 m ist die Hoffnung dahin. Dicke, dicke Wolkendecke. Egal. Ich mache mich trotzdem auf den Weg. Bis zum Meditationskurs habe ich noch anderthalb Stunden.
Alle guten Dinge sind drei. Also schlage ich wieder einmal den Weg zum Gipfelkreuz ein, auf den 170-m-Berg direkt hier am Hotel. Diesmal trödle ich nicht, sondern schaue, wie lange ich brauche. Die erste Anhöhe, rund 120 m hoch, erreiche ich nach 15 Minuten.


Keine weiteren 15 Minuten später stehe ich am Gipfelkreuz. Vor einer Woche gab es hier oben eine Sun Salutation. Heute ist es eine Cloud Salutation.

Rechts über dem Meer liegt eine dicke Wolkendecke, dazu viel Nebel. Die Bucht von Las Playitas ist gut einsehbar. Weiter nordwestlich, mit Blick über die Insel, sehe ich aber nur Dunst und Nebel. Das passt zur Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 %, selbst hier oben auf dem Berg.

Runter nehme ich diesmal einen leicht anderen Weg. Ich gehe weiter ins Landesinnere. Der Abstieg ist sanfter, dafür ist der Ringweg länger. Nebenbei prüfe ich, ob wir hinter der Hotelanlage abkürzen könnten. Das geht nicht. Die gesamte Anlage ist komplett eingezäunt. Also laufe ich den ganzen Weg vorne entlang.

Pünktlich bin ich trotzdem. Sogar 20 Minuten zu früh. Genug Zeit für einen Kaffee und einen Smoothie. Dabei treffe ich ein deutsches Pärchen wieder, etwas älter als ich, das ich oben am Berg getroffen habe. Die beiden verraten mir eine alternative Rückroute, am Meer entlang. Mal sehen, ob ich die morgen noch unterbringe. Morgen steht erst einmal ein Lauftechnik-Training an.
Jetzt aber Meditation. Nach der Anstrengung habe ich ein wenig Ruhe verdient. Hoffentlich schlafe ich nicht ein.


